30 Jahre EDRA
Am 1. und 2. Oktober 2017 inszenierte edra sein 30 jähriges Jubiläum in Florenz. Die beiden Tagen haben mal wieder unterstrichen, warum ich diese Firma so liebe: Sie verbindet familiäres Unternehmertum mit grossen Visionen und einer Unabhängigkeit im Denken, wie ich sie schätze und nur selten beobachten kann. An dieser Stelle möchte ich Sie in den nächsten Wochen teilhaben lassen an den wunderbaren Eindrücken von Fest und Firma.
EDRA feierte sein 30 jähriges Jubiläum in 2017
mit einem wunderschönen Bildband über seine Produkte im Kontext seiner Herkunft, der Toskana.
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Das historische Castello di Sammezzano in Leccio bei Florenz wurde um 1800 von Ferdinand Panciatichi Ximenes von Aragon zum bedeutendsten Vertreter orientalistischer Architektur in Italien umgestaltet. Hier steht Zentralsofa Tatlin in der weissen Halle.
Licht fällt auf das Zentralsofa TATLIN in der Bastione del Sangallo in Pisa. Das Tatlin ist ein Meisterstück. Glücklich, wer es stellen kann…
Im gesamten Haus wurden die Fenster in Zusammenarbeit mit unserem besten Fensterbauer erneuert. Als Vorlage und Inspiration galten die ursprünglichen Pläne von 1904. Im Eingang wurde ein grosses, viel Licht spendendes Element inklusive Tür und zwei Fenstern eingesetzt. Das gab es zuvor nicht. Viele Stunden wurden die Proportionen studiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und lässt gerne aus sich heraus in den schönen Garten blicken… Übrigens: Ich bin grundsätzlich für Holzfenster, innen wie aussen. Die Erfahrung zeigt, dass die Holz-Holz- Fenster den alten Häusern am allerbesten stehen. Und das Lackieren der Aussenteile ab und zu gehört dann einfach dazu.
Es war trickreich in diesem Küchenraum: Die meisten Grundrisse von vor über 100 Jahren entsprechen nicht wirklich den heutigen Bedürfnissen. Die Küche wünschen wir uns einfach meist größer und mitten in Haus und Leben. Trotz der relativ kleinen Grundfläche und vielen Laufwege war es mir hier wichtig, einen freistehenden Küchenblock zu haben. Viele Entwurfstunden resultierten schliesslich in einem an den Ecken abgeschrägten Mittelblock mit Kochfläche, flankiert von zwei Zeilen. Die Arbeitsfläche der Insel ist modernster Edelstahl, während die Küchenzeilen baujahrestypisch in Marmor mit Facettenschliff belegt sind und rhythmische Fronten haben. Endgültiger Hingucker in der Küche ist das (brandneu herausgekommene) von uns als Down- und Uplight konzipierte Licht Moonbloom von Karman.
Ist das nicht sensationell? Der Via Zementmosaikboden läßt das Herz höher schlagen. Blick vom Esszimmer in die Küche. Die beiden eckigen Elemente an der Decke sind Infrarotheizungen.
Hier gut zu sehen, das gekonnte Spiel zwischen alt und neu in den Formen der Küchen. Selbst der Wasserhahn (im Bild hinten, Modell Avia, Vintage gehaltenes Modell von Villeroy und Boch) in der Zeile ist “retro”, wohingegen der Mittelblock in jeder Hinsicht schnittig ist und sich das Dreieck der Hängeleuchte im Wasserhahn (ein no name Produkt) und an den abgeschrägten Ecken der Edelstahlarbeitsplatte (Morath) wiederfindet.
Das bestens erhaltene Treppenhaus hat neue kassettierte Fenster erhalten und meine Lieblingsleuchte Drop von einer einzigartigen Glaskünstlerin darf sich über alle drei Etagen ziehen.
Das Badezimmer ist ein typisches Sarah Maier Projekt: pflegeleicht, reich an Stauraum, geschickte Steckdosenlösungen, großer, vertikal ausgeleuchteter Spiegel und rundumlaufendes Oliveschefurnier. Die fugenlos in die Arbeitsfläche übergehenden Waschbecken sind aus Mineralwerkstoff. Die orginalen tragenden Holzbalken sind offen gezeigt, im Kontrast zu den (baujahrestypischen aber neu eingebrachten) Via Zementmosaikfliesen ist die Dusche mit kleinen Mosaiken ausgekleidet. Das Licht ist von Mawa Design.
Voilá, das Schlafzimmer. Was baujahrestypischerweise in diesem Grundriss fehlte, war ein ausreichend luxuriöses und grosses Bad. So musste eine orginelle Lösung her: In diesem Fall steht die Badewanne im Schlafzimmer und erlaubt dadurch Baden in den Sonnenuntergang hinein. Der Stuck hier wurde gekonnt und nach historischer Methode rund um das neu eingefügte Badezimmer ergänzt. Der Keramik-Stil-Kamin (Fa Ganz, Schweiz) wurde durch einen fein austarierten Koffer über dem Durchgang in die Mitte des Raumes versetzt. Leuchte Hanami von Slamp bildet den unerwarteten Kontrast zu den stilechten Dekorationen des herrlichen Raumes.
Orginal erhaltene Türen mit farbig ausgeglasten Kasettenfenstern und die vielen Durchgänge sind charakteristisch für Wohnungen der Gründerzeit. Die Sockelleisten müssen hoch sein, mindestens 12cm und das Farbkonzept sollte Leisten, Fenster und Türrahmen absetzen: Reines Signalweiss hat im Altbau nichts zu suchen…
Stuck und Lichtspiel der Fil de Fer Leuchte (Catellani und Smith) wirken gut zusammen.
Blick ins Treppenhaus.
Licht überall, und warme Töne an Boden und Wänden. Hat man viel Mühe und Geld in die Wände gesteckt, bevorzuge ich freistehende Toilettenpapier- und -bürstenhalter.
Blick in die Dusche. Die Kombination aus sichtbarem groben Holz (die Orginalständer der Wände) und dem feinen Furnier am Waschtisch machen Freude…
Das Handwaschbecken zur Toilette ist im Flur, so können die (kleinen) Bewohner schon beim Heimkommen ans Händewaschen erinnert werden.
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